Teatro Barocco

Festival TEATRO BAROCCO 09. – 26. August 2018
im Congress Casino Baden

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TEATRO BAROCCO 2018
Intendanz: Bernd R. Bienert
Congress Casino Baden

 

Marc’ Antonio e Cleopatra

Musik: Johann Adolf Hasse (UA 1725)

Intendanz, Regie und Ausstattung: Bernd R. Bienert
Ensemble TEATRO BAROCCO auf historischen Instrumenten

 

TERMINE:

  • Donnerstag, 09. 08. 2018 – 19 Uhr (Premiere)
  • Samstag, 11. 08. 2018 – 19 Uhr
  • Samstag, 18. 08. 2018 – 19 Uhr
  • Sonntag, 19. 08. 2018 – 19 Uhr
  • Samstag, 25. 08. 2018 – 19 Uhr
  • Sonntag, 26. 08. 2018 – 19 Uhr

 

im historischen Theatersaal des
Congress Casino - Baden bei Wien

 

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Text: Dr. Wilhelm Sinkovicz | Die Presse - Kulturmagazin | 13. 04. 2018

Poetik des Wunderbaren

Das TEATRO BAROCCO begeistert mit dem Charme des Originalen.
Heuer: „Marc' Antonio e Cleopatra“.

Antonius und Kleopatra begegnen wir bei der diesjährigen Sommerstagione des TEATRO BAROCCO von Bernd Roger Bienert. Das Frühwerk von Johann Adolf Hasse erinnert an die Hochzeit der Barockoper und den Karrierestart des nachmals von seinen Zeitgenossen höchstgeschätzten Meisters der Gattung. Mit Hasse konnte das TEATRO BAROCCO schon 2016 einen Sensationserfolg verbuchen: Die Aufführung des Spätwerks „Piramo e Tisbe“ im Stift Altenburg war rettungslos überbucht. Nun folgt „Marc' Antonio“ im Congress Casino Baden. Premiere der vom Originalklangensemble des TEATRO BAROCCO begleiteten Produktion ist am 9. August. In der Rolle des Marc 'Antonio stellt sich eine Nachwuchshoffnung aus Österreich vor, Patricia Nolz.

Das Publikum erlebt im historischen Theatersaal des Congress Casinos die Rekonstruktion eines musikhistorisch bedeutsamen Moments. Schon der aufmerksame Komponist und Zeitzeuge Johann Joachim Quantz beobachtete, wie nach dem Erfolg der „Serenata“, die auf einer Privatbühne nahe 1725 uraufgeführt wurde, der Aufstieg des deutschen Komponisten als Meister der italienischen Oper begann.

Das Werk beleuchtet die letzten Stunden der ägyptischen Königin und des romischen Feldherrn, der der vor dem siegreichen (nachmaligen Kaiser) Octavian fliehenden Kleopatra aus Liebe gefolgt ist. Eine virtuose Reihe von leidenschaftlichen, melancholischen, verzweifelten, aber auch von Liebe und Hoffnung erfüllten Arien führt das Paar in den Entschluss zum gemeinsamen Freitod.

 

Transgender. Die berühmte Geschichte wurde nach Shakespeare auch von etlichen französischen Dramatikern aufgegriffen. Die Oper aus der Feder des 26-jährigen Hasse war eine von mehreren Vertonungen dieses Sujets im 18. Jahrhundert. Der Erfolg war durchschlagend. Quantz berichtet: „Herr Hasse nöthigte mich bey ihm zu wohnen: Wir wurden gute Freunde. Er hatte bis dahin noch keine öffentliche Musik in Wälschland aufgeführet. Ein vornehmer neapolitanischer Bankier aber, ließ von ihm eine Serenate für zwo Personen in Musik bringen, welches er auch Zeit meiner Anwesenheit bewerkstelligte. Farinello und die Tesi sungen darinn. Durch diese Serenate erwarb sich Herr Hasse so vielen Beyfall, daß ihm gleich darauf die Musik, der im May dieses Jahres, auf dem königlichen Theater vorzustellenden Oper, zu verfertigen anvertrautet wurde. Und diese Oper hat ihm den Weg zu seinem künftigen Glücke gebahnet.“ Kurios, für heutige Begriffe, die Besetzung der Uraufführung: Die von Quantz genannten Sänger gehörten zu den Stars jener Epoche, waren jedoch keineswegs „geschlechtsspezifisch richtig“ besetzt: Farinelli sang die Königin, die Primadonna gab den Marc Anton. Dazu Bernd Bienert: „Aus heutiger Sicht ist es nicht unbedingt leicht verständlich: der Kastrat Farinelli in der Frauen- und die Sängerin Tesi in der Männerrolle. Aber für damals geschah nichts Ungewöhnliches; es gab in der Barockoper viele Optionen, Rollen mit Interpreten beider Geschlechter und in verschiedenen Stimmlagen zu besetzen.“ Zumal Vittoria Tesi - nach Quantz - „von der Natur einer männlich starcken Contraltstimme begabet“ war und daher in Hosenrollen absolut überzeugend wirkte, „welche sie, zu ihrem Vortheile, fast am natürlichsten ausführete“.

Im barocken Musiktheater bestand, so Bienert, kein starrer Zusammenhang von Männlichkeit und männlichem Stimmumfang und von Rolle und Stimmlage. Darüber hinaus zeigen sich in der barocken Ästhetik eine Neigung zur Stilisierung (der Poetik des Wunderbaren) und die Faszinationskraft eines antirealistischen Theaterkonzepts.

 

 

 

 

 

MARC´ ANTONIO E CLEOPATRA

Congress Casino Baden bei Wien

9. - 26. August 2018

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